Ausrüstung · Theorie für Reitabzeichen

Teile der Trense: alle Bezeichnungen am Zaumzeug erklärt

Stand: 5. Oktober 2026

Die Teile der Trense heißen Genickstück, Stirnriemen, Backenstücke, Kehlriemen, Gebiss und Zügel. Die hier gezeigte Trense hat außerdem ein Reithalfter mit Nasenriemen. Über Gebiss und Zügel kommen deine Zügelhilfen beim Pferd an, die Riemen halten das Gebiss ruhig an der richtigen Stelle im Maul.

Hier findest du jede Bezeichnung am Zaumzeug mit eigener Skizze, ihre Aufgabe und die wichtigsten Regeln, wie sie sitzen soll.

Die Teile der Trense auf einen Blick

Skizze: die Teile der Trense am PferdekopfEigene Zeichnung: Pferdekopf von der linken Seite gesehen, mit angelegter Trense und englischem Reithalfter. Nummeriert sind 1 Genickstück, 2 Stirnriemen, 3 Backenstück, 4 Kehlriemen, 5 Nasenriemen, 6 Gebiss, 7 Zügel. Die Erklärung steht in der nummerierten Liste unter der Zeichnung.1Genickstück2Stirnriemen3Backenstück4Kehlriemen5Nasenriemen6Gebiss7Zügel
Trense mit englischem Reithalfter, Pferdekopf von der linken Seite. Eigene Zeichnung, schematisch.

Die Nummern in der Skizze gehören zu dieser Liste:

  1. Genickstück – liegt hinter den Ohren auf dem Genick, dort, wo das Zaumzeug aufliegt.
  2. Stirnriemen – verläuft quer über die Stirn vor den Ohren und verhindert, dass das Genickstück nach hinten rutscht.
  3. Backenstück – verläuft links und rechts seitlich am Kopf; an seinem unteren Ende ist das Gebiss eingeschnallt.
  4. Kehlriemen – verläuft unter der Ganasche und verhindert, dass sich das Pferd die Trense abstreift.
  5. Nasenriemen – gehört zum Reithalfter, liegt um die Nase und hält das Gebiss ruhig im Maul.
  6. Gebiss – liegt im Maul auf den zahnfreien Laden; über das Gebiss kommen die Zügelhilfen an.
  7. Zügel – sind in die Gebissringe eingeschnallt und verbinden das Gebiss mit deiner Hand.

Trense, Trensenzaum, Zaumzeug: was ist was?

Genau genommen ist die Trense das Gebiss: ein Mundstück mit seitlichen Ringen für die Zügel. Bei den hier behandelten einfach oder doppelt gebrochenen Trensen hat das Mundstück ein oder zwei Gelenke. Umgangssprachlich heißt aber auch die ganze Zäumung so, also der Trensenzaum mit allen Riemen, Gebiss und Zügeln. Zaumzeug nennt man allgemein das Kopfgestell aus Riemen samt Zügeln; es gibt auch Zäumungen ganz ohne Gebiss.

Die Trense ist die Zäumung, die einem Pferd üblicherweise zum Reiten angelegt wird. Richtig verschnallt hält sie das Gebiss ruhig und ohne unnötigen Druck im Maul, sodass deine Zügelhilfen fein ankommen. Sie ist nicht dafür da, den Kopf des Pferdes in eine Haltung zu zwingen.

Die Riemen am Kopf

Genickstück

Das Genickstück liegt im Genick, also an der höchsten Stelle direkt hinter den Ohren, wo das Zaumzeug aufliegt. Beim Aufzäumen legst du die Ohren behutsam unter das Genickstück. Beim Abtrensen öffnest du zuerst Nasen- und Kehlriemen und, falls vorhanden, den Kinnriemen (auch Sperrriemen genannt); erst dann streifst du das Genickstück nach vorn über die Ohren.

Stirnriemen

Der Stirnriemen liegt quer über der Stirn, vor den Ohren. Er hält das Genickstück an seinem Platz und verhindert, dass es nach hinten in den Nacken rutscht. Ist er zu kurz, zieht er das Genickstück gegen die Ohren.

Backenstücke

Die beiden Backenstücke verlaufen links und rechts seitlich am Kopf. An ihrem unteren Ende ist das Gebiss eingeschnallt. Genau wie die anderen Riemen müssen sie passend verschnallt sein: Zu lose Riemen scheuern, verrutschen oder lösen sich, zu enge drücken.

Kehlriemen

Der Kehlriemen verläuft unter der Ganasche. Er verhindert, dass sich das Pferd die Trense abstreift. Verschnallt wird er locker: Zwischen Kehlriemen und Pferdekopf muss eine aufrecht gestellte Faust Platz haben.

Reithalfter und Nasenriemen

Der Nasenriemen ist Teil des Reithalfters. Ein korrekt sitzender Nasenriemen hält das Gebiss ruhig im Maul und begrenzt ein weites Aufsperren des Mauls. Er darf aber weder die Atmung noch das Kauen behindern.

Zwei-Finger-Regel: Zwischen Nasenrücken und Nasenriemen müssen zwei Finger eines Erwachsenen nebeneinander passen. So steht es in den Leitlinien zum Tierschutz im Pferdesport. Ein zu eng verschnallter Nasen- oder Sperrriemen unterdrückt das Kauen, kann Druckstellen machen und ist ein Tierschutzproblem.

Reithalfter-Arten

Das Gebiss

Das Gebiss, auch Mundstück genannt, ist der Teil der Trense, der im Maul liegt. Es ruht im Maul auf den zahnfreien Laden und auf der Zunge. Über die Zügel wirkt deine Hand auf das Gebiss.

Wassertrense: einfach oder doppelt gebrochen

Die einfach gebrochene Wassertrense besteht aus zwei Mundstückteilen mit einem Gelenk in der Mitte. Die doppelt gebrochene Trense hat zwei Gelenke und ein zusätzliches Mittelstück. Die Wassertrense wirkt ohne Hebel direkt auf Zunge, Laden und Maulwinkel. Hebelwirkung haben dagegen die Kandarengebisse.

So sitzt das Gebiss richtig

Die Zügel

Die Zügel sind in die Gebissringe eingeschnallt und verbinden das Gebiss mit deiner Hand. Über sie gibst du die Zügelhilfen. Weil Leder mit der Zeit spröde wird, prüfst du die Zügel vor dem Reiten auf Risse und brüchige Stellen.

Wichtig für die Sicherheit: Ein Pferd wird nie am Trensenzaum oder an den Zügeln angebunden. Reißt es erschrocken zurück, wirkt das Gebiss mit großer Kraft auf das empfindliche Maul. Zum Anbinden dient das Halfter, das kein Gebiss hat.

Unterschied zur Kandarenzäumung

Bei der Kandarenzäumung liegen zwei Gebisse im Maul: eine Unterlegtrense und das Kandarengebiss, eine Stange mit Anzügen und Kinnkette. Geritten wird mit zwei Zügelpaaren. Die Unterlegtrense ist dünner als eine normale Wassertrense und hat kleinere Ringe. Weil die Kandare über einen Hebel stärker wirkt, gehört sie nur in feine, geübte Reiterhände.

Auf- und Abtrensen in Kürze

Bewahre die Trense sauber und trocken auf und pflege das Leder regelmäßig: Sprödes Leder und beschädigte Beschläge können unter Belastung reißen.

Häufige Fragen

Welche Teile hat eine Trense?

Zur Trense gehören Genickstück, Stirnriemen, zwei Backenstücke, Kehlriemen, das Gebiss und die Zügel. Die Trense in der Skizze auf dieser Seite hat außerdem ein Reithalfter mit Nasenriemen.

Wie fest wird der Kehlriemen verschnallt?

So locker, dass zwischen Kehlriemen und Pferdekopf eine aufrecht gestellte Faust Platz hat. Die Zwei-Finger-Regel gilt für den Nasenriemen, nicht für den Kehlriemen.

Wie eng darf der Nasenriemen sein?

Zwei Finger eines Erwachsenen müssen nebeneinander zwischen Nasenrücken und Nasenriemen passen. Zu eng verschnallt kann er das Kauen einschränken, Druck verursachen und die Atmung beeinträchtigen.

Woran erkenne ich, dass das Gebiss richtig sitzt?

Eine kleine Falte am Maulwinkel kann als Orientierung für die Höhe dienen; prüfen musst du sie bei jedem Pferd neu: Das Gebiss darf weder gegen die Zähne stoßen noch die Maulwinkel stark hochziehen oder dauerhaft drücken. Die Breite muss zum Maul passen: Ein zu schmales Gebiss klemmt die Maulwinkel ein.

Darf man ein Pferd an der Trense anbinden?

Nein. Erschrickt das Pferd und reißt zurück, wirkt das Gebiss mit großer Kraft auf das Maul und kann es schwer verletzen. Angebunden wird nur am Halfter.

Diese Seite ist eine eigene, vereinfachte Darstellung von Hufschlag und keine offizielle Veröffentlichung eines Verbands oder einer Prüfungsorganisation. Maßgeblich für Unterricht und Prüfung sind deine Ausbilderin oder dein Ausbilder und die zuständige Prüfungsstelle. Die Skizze ist eine eigene, schematische Zeichnung.

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